Gemmotherapie von Tattwas


Gemmotherapie

Im Sommer, wenn wir einen Jahrestrieb eines Baumes betrachten und uns an den kräftigen Winter zurück erinnern, als eines der Aststücke noch eine Knospe war, ist es uns annähernd möglich zu erahnen, welch enormes Wachstum, welche enorme Kraft und Information die beiden Stadien desselben Pflanzenteils verbindet. Sich teilende Zellen machen dieses enorme Potential aus und bilden die Basis der Gemmotherapie.

Die Phytotherapie kennt als Ausgangsstoffe die ganze Pflanze, Wurzeln, Blätter, Stängel, Blüten, Samen oder sogar Rinden. . In der Gemmotherapie (gemma lat. Knospe, Auge) werden Knospen und Schosse zur Herstellung von Mazeraten (Gemmotherapeutika) verwendet.

Die Gemmotherapie ist eine Spezialisierung der Phytotherapie, bei welcher die Wachstumskräfte teilungsaktiver Pflanzengewebe (Meristeme) für den Menschen als Heilungs- und Regenerationskräfte nutzbar gemacht werden.


Wissenschaftlicher Hintergrund



Seit den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts wird die Gemmotherapie wissenschaftlich untersucht und es kommen stetig pharmakologische sowie analytische Studien dazu. Die Basis der Untersuchungen sind meist serologischer Art (Untersuchungen des Blutserums)

Untersucht werden die verschiedenen Globuline – je nach elektrophoretischer Beweglichkeit in α-, β- und γ- Globuline eingeteilt – worauf, abhängig von der Verteilung im Blut, Aussagen über den Gesundheitszustand gemacht werden.

Bei den Globulinen handelt es sich um globuläre Proteine, die zum einen als pflanzliche Speicherproteine auftreten und zum anderen als Blutproteine von Tieren. Bei Tieren und Menschen werden sie in der Leber synthetisiert und machen ca. 40% der im Blut vorhandenen Proteine aus. Das Blutprotein Albumin gehört jedoch nicht zu den Globulinen.

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Es konnte gezeigt werden, dass Gemmotherapeutika einen positiven Einfluss auf das körpereigene Immunsystem haben (Stimulierung der Phagozytose), sowie Störungen des Proteinhaushaltes im Blut auffangen können (Dysproteinämie). Diese zwei Ebenen der Wirkung (siehe Abbildung 3) sind, unabhängig von der Pflanzenart, charakteristisch für Gemmotherapeutika, wobei zusätzlich ein pflanzenartspezifischer Effekt auftritt.

Phagozytose (phagein griech. für essen, kytos für Gefäss, Zelle) bezeichnet in der Zellbiologie einen Vorgang des Einhüllens oder Verschlingens. Dies tun zum Beispiel Amöben oder andere Protisten, um kleinere Organismen oder Nahrungspartikel durch Bildung von Ausstülpungen (Pseudopodien) zu verschlingen. Dieser Prozess, bei dem durch Vakuolenbildung Mikroben, Bakterien und andere Fremdsubstanzen aufgenommen und verdaut werden, ist graphisch in sechs Schritten in Abbildung 4 verdeutlicht.

Die Lysosomen sind Vesikel in phagozytotischen Zellen, welche die zur Verdauung wichtigen Enzyme enthalten. Durch Gemmotherapeutika reagiert der Körper schneller und effizienter, wobei Keime, Fremdstoffe sowie Endotoxine besser ausgeschieden werden.

abb4Indem Gemmo-Mazerate die Reinigung und Ausscheidung (Drainage) eines erkrankten Organismus unterstützen, sorgen sie für den nötigen Ausgleich. Durch ihre direkte Proteinansprache helfen sie, Endotoxine oder Stoffwechsel-abbauprodukte auszuscheiden. Somit sind Gemmotherapeutika für den Verlauf des Heilungsvorganges entscheidend. Durch Drainage schafft sich der Körper Platz für neue Nährstoffe, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Die Gemmotherapeutika sind gut untersucht und vielseitig einsetzbar. Durch die Aufnahme über die Mundschleimhaut tritt die Wirkung sehr schnell ein und die Dosierung kann sehr niedrig gehalten werden (ca. 10 Sprühstössen pro Tag). Die wichtigsten Inhaltsstoffe (Proteine und deren Bausteine) unterliegen somit nicht einer Denaturierung bei der Magenpassage.

Das bestuntersuchte Gemmotherapeutikum, dasjenige aus Ribes nigrum L., wird oftmals als „pflanzliches Kortison“ bezeichnet. Es konnten die Stimulierung der Nebennierenrindensekretion und eine entzündungshemmende Wirkung mit Ödemhemmung nachgewiesen werden.